Tag 8 – Kirche und Waisenhaus

Der Sonntag in Lupila fing zuerst recht ruhig an. Allerdings haben wir uns dann pünktlich beim Bus getroffen, um rechtzeitig bei der Kirche zum Gottesdienst da zu sein. Da die eigentliche (große) Kirche gerade saniert wird, haben wir uns in einer etwas älteren und viel kleinere Kirche getroffen. Viele Leute haben sich deshalb draußen um die Kirche herum gesetzt, weil sonst nicht mehr genug Platz da war.

[S]o lebensfroh hatten wir uns den Gottesdienst nicht vorgestellt. Es wurde natürlich viel gebetet, Geschichten vorgelesen und gesungen, aber alles geschah mit sehr viel Lebensfreude und Kraft. Viele Lieder wurden im Kanon gesungen, teilweise wurde Trommeln zusätzlich verwendet. Das würde es bei uns niemals geben. Der Pastor hat für uns regelmäßig übersetzt und uns nochmal herzlich Willkommen geheißen.

Im Anschluss an den Gottesdienst, der über zwei Stunden gedauert hat, haben sich alle Draußen versammelt. Es wurde ein bisschen Essen verteilt und wir haben uns verabschiedet.

Nachdem wir dann wieder zurück gefahren waren und Mittag gegessen haben, hatten wir wie immer ein bisschen Freizeit.

Am späten Nachmittag, so gegen fünf Uhr, ist eine Gruppe von uns zusammen mit Herrn Seegers zum Waisenhaus gegangen. Das Waisenhaus besteht aus mehreren kleinen Gebäuden. In einem winzigen Haus, lebte eine Großmutter mit zwei Einzelkindern. Die Eltern der Kinder lebten nicht mehr. Der Vater war vor einiger Zeit gestorben und seine Mutter hatte sich eine Woche zuvor umgebracht. Die Großmutter selbst, war schon so alt und schwach, dass sie nur im Bett liegen kann und normalerweise nicht aufsteht. Besonders das kleine Kind war sehr traurig und zurückhaltend.

Bevor wir losgegangen waren, hatten wir einigen an Geld gesammelt um dieses eigentlich dem Waisenhaus zu geben. Aufgrund der Situation der Familie, haben wir es der alten Dame geschenkt. Diese hat sich unglaublich doll darüber gefreut und war zutiefst dankbar. Auch wenn es für uns nur eine kleine Summe an Geld war, kann sie davon lange sich selbst und ihre Enkelkinder ernähren.

Den anderen Waisenkindern, die wir danach noch besucht haben, haben von uns kleine Geschenke wie Socken, Luftballons oder Bleistifte bekommen. Eine Dame, die dort arbeitet und für die Kinder eine Ersatzmutter ist, macht einen tollen Job und ist immer für die Kinder da.

Abends beim Blitzlicht war die Stimmung dann sehr bedrückend. Die Situation der einen Familie hatte alle besonders doll mitgenommen und das musste jetzt erst einmal verarbeitet werden.