Das segelnde Klassenzimmer
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Das segelnde Klassenzimmer

 

Ein schulischer Baustein in der erlebnispädagogischen Arbeit am Gymnasium Blankenese

 

Das Klassenzimmer wird am Ende der zehnten Klasse für drei Wochen gegen den Lebensraum an Bord des Großseglers Thor Heyerdahl auf schwankenden Planken getauscht. Nach gut eineinhalb Jahren Vorlauf – von der Bewerbung über den Besuch des Wahlpflichtkurses im Jg. 10 und dem Engagement bei zahlreichen Aktivitäten zum Geldverdienen – warten echte Herausforderungen auf alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer:

Teamfähig werden, Grenzen austesten, Abenteuer wagen, sich neuen und ungewohnten Aufgaben stellen, Verantwortung übernehmen, an Widerständen wachsen, Verzicht kennenlernen, Lernen mit allen Sinnen: Diese und etliche Ansprüche mehr, lassen sich mit dem Projekt in Verbindung bringen und unterwegs mit Leben füllen.

 

 

Ein Fazit einer Schülerin zu der Frage „warum man so etwas macht“ bringt es auf den Punkt:

 

„Nein, ich bin noch nie in meinem Leben gesegelt. Ja, ich hatte keine Ahnung was mich erwartet und ja, ich weiß aus Erfahrung, dass ich zu Übelkeit neige. Ist es unter diesen Gegebenheiten nicht total verrückt, bei diesem Projekt mitzumachen? …

 Nein, es war nicht verrückt, es war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe. Man geht auf diesem Schiff an seine Grenzen und erlebt in nur drei Wochen eine prägende Erfahrung, die man zu Hause in Jahren nicht erlebt.

Und man lernt viel, auch wenn man das nicht gleich erwartet. Natürlich lernt man segeln und das Schiff kennen. Aber man lernt auch die Eigenschaften eines Teams kennen und lernt, was man selber für ein Team bedeutet. Man lernt, 50 Leute zu versorgen und was es heißt, so lange auf engstem Raum zu leben. Man lernt den Lebensraum Meer kennen und neue Länder. Und ja, man lernt auch sich selber kennen und erfährt Dinge von sich, die man nicht wusste. Im Nachhinein sind das die Gründe dafür, dass ich dabei war. Raus aus der Schule, weg von zu Hause, rauf aufs Schiff und rein ins Abenteuer.“ (Josephine Zabka)

 

 

Eltern formulieren aus ihrer Perspektive:

 

Für drei Wochen tauschen unsere 16- und 17- jährigen Neu-Matrosen ihre Schulräume an Land mit Wonne gegen schwankende Planken zwischen Himmel und See, ihre Betten daheim gegen schmale Kojen in kleinen Kabinen auf einem Dreimaster, ihren geregelten Alltag gegen wechselnde Tag- und Nachtwachen, die Privatsphäre gegen ein intensives Gruppenerlebnis. Das wird sie – daran glauben wir – weiter bringen, als 1000 an Land mit grauer Theorie verbrachte Tage. … Schließlich gilt, was schon Alexander von Humboldt einst sagte: „Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben.“ (Elena Rudolph; Tatjana Pokorny)

 

Das Vertrauen, welches sie in das Projekt haben, die Fähigkeit an der richtigen Stelle ihre Kinder loszulassen und die Begeisterung und Tatkraft mit welcher sie Schülerinnen und Schüler in der Realisation dieses großen Vorhabens unterstützen, bestärken uns in unserem Tun.

 

Und die Motivation der Schule?

 

Die absolute Überzeugung, dass bei allen durch dieses Vorhaben etwas in Bewegung gebracht wird und wir durch unsere eigene spezifische Ausgestaltung des Projektes allemal der Forderung einer ganzheitlichen sowie persönlichkeitsbildenden Bildung nachkommen, ist und bleibt unsere Motivation, diese Form des sozialen Lernens zu ermöglichen.

Der Rückenwind der Schulleitung, die sich von Anbeginn positiv und konstruktiv in die Planungen einbrachte, ist großartig.

 

Das Privileg, den Weg der Heranwachsenden zu begleiten, sie wachsen zu sehen, an Aufgaben und Herausforderungen, gemeinsam Höhen und Tiefen zu durchleben, gemeinschaftlich aufeinander acht zu geben, den Alltag zu bewältigen, zusammen zu lernen, auch unliebsame Aufgaben zu erledigen und dann wieder schöne Momente zu teilen, ein Schiff auf Kurs zu halten – all dies entlohnt, bestätigt und begeistert.

 

Und so kommt es, dass wir auch durchaus stolz auf das segelnde Klassenzimmer am Gymnasium Blankenese sind.

 

Marianne Wulkop (Projektleitung)

 

Flyer im PDF-Format